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Scheitern und Biographie: Die andere Seite moderner Lebensgeschichten (Psyche und Gesellschaft) [Paperback] Stefan Zahlmann and Sylka Scholz (Hrsg.)

Scheitern und Biographie: Die andere Seite moderner Lebensgeschichten (Psyche und Gesellschaft) [Paperback] Stefan Zahlmann and Sylka Scholz (Hrsg.)

Um es gleich vorweg in einem Satz zu sagen: Den beiden Herausgebern ist ein anregendes, lesbares, nachdenklich machendes und zugleich unterhaltsames Buch gelungen, ein in der heutigen Wissenschaftslandschaft seltenes Ereignis, das es kritisch zu würdigen gilt. Obwohl das Thema Scheitern längst im Feuilleton angekommen ist - die Herausgeber verweisen selbst auf die mediale Präsenz und den fast inflationären Gebrauch des Begriffes - heißt das ja nicht, dass schon alles gesagt wäre. Im Gegenteil, in der ernsthaften wissenschaftlichen Auseinandersetzung tun sich neue Fragen auf, die so noch gar nicht gestellt worden sind. Scheitern wird von den Herausgebern und AutorInnen als inhärentes Moment modernen Lebens begriffen, gleichwohl gilt es ihnen mit Richard Sennett als das große Tabu der Moderne«. Entstanden im 18. Jahrhundert in bürgerlichen Kontexten wird Scheitern im Zuge der Aufklärung immer stärker mit säkularen Glücksvorstellungen verknüpft, als individuelles Projekt begriffen: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Scheitern ist die andere Seite des Erfolgs, in echten Erfolg als Potenz quasi eingeschrieben. Das setzt allerdings voraus, dass es etwas Überschüssiges gibt, das riskiert werden kann. Scheitern ist geradezu ein Luxus, trifft es doch mit Bürgern und Kleinbürgern immerhin Gruppen, die überhaupt etwas zu verlieren haben« (S. 13). Scheitern ist eine Angelegenheit des öffentlichen Urteils, somit sind davon in erster Linie Personen betroffen, die in der Sphäre der Öffentlichkeit agieren, also weitgehend Männer. Stefan Zahlmann definiert damit in seiner Einleitung Scheitern als männliche und als bürgerliche Angelegenheit, eine These, die in der Empirie der vorgeführten Fälle nachdrücklich bestätigt, so dezidiert aber erst am Schluss von seiner Mitherausgeberin wieder aufgegriffen wird. (»Europäische Ethnologie / Kulturanthropologie / Volkskunde«)

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